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Geschichte
Der Vinschgau kann auf eine sehr bewegte Geschichte zurückblicken. Das westliche Südtirol war über Jahrhunderte ein sehr umkämpfter Landstrich. Schon in der mittleren und jüngeren Steinzeit war der Vinschgau besiedelt, dies beweisen zahlreiche Funde wie z.B. die steinernen Lochäxte von Eyrs und Schlanders und nicht zuletzt der Mann vom Hauslabjoch. Der Mann aus dem ewigen Eis wurde im Vinschgau gefunden und fälschlicher Weise auf "Ötzi", nach den Ötztaler Alpen benannt.
Ca. um 2000 v. Chr. war der Vinschgau von den sagenumwogenen Ligurern und später von den Ilyrern besiedelt. Im 15 Jht. v. Christus waren die Räter im Vinschgau angesiedelt welche, dann auch von Drusus und Tiberius den Söhnen des Kaiser Augustus bezwungen wurden. Kurz nach dieser Zeit wurde aus dem Vinschgau die Römische Republik Rätien sowie auch die Via Claudia Augusta nach dem römischen Kaiser Claudius erbaut.
Darauf folgend waren es die Franken die den Westen Südtirols einverleibten und gegen die Langobarden verteidigten. Um 1100 wird der Vinschgau und das Unterengadin zur Grafschaft Vinschgau unter dem Schwäbischen Herzogtum, aus dieser Zeit geht auch die Gründung des Klosters Müstair zurück.
Mit der Grafschaft Vinschgau beginnt auch die Tiroler Geschichte im westlichen Südtirol. Dies war eine Zeit geprägt von Machtkämpfen zwischen Bischöfen und Vogten, wobei sich die Tiroler mit Meinhard dem II durchsetzen konnten. Zu dieser Zeit wurde auch das Kloster Marienberg bei Burgeis gegründet, welches eines der wichtigsten geschichtlichen Ereignisse Südtirols darstellt. 1363 wurde Tirol an Herzog Rudolf IV. von Habsburg abgetreten demzufolge gab es einen dreißigjährigen Machtkampf mit dem Churer Bischöfen.
Mit dem Jahre 1499 kam ein weiterer Schicksaalsschlag auf den Vinschgau zu, dieses Jahr steht für die Schlacht an der Calva bei Laatsch im Zuge der blutigen Engadiner Kriege (Schwabenkriege).
Es folgten Bauernaufstände und Religionswirren im 16. Jhr und die Pest mit einem 75 prozentigen Bevölkerungsrückgang. Nach einer Zeit des Friedens im 18 Jhr. zogen französische Truppen in den Oberen Vinschgau ein, welche jedoch nach hartem Kampf zurückgedrängt werden konnten. 1801 bis 1805 wurde der Vinschgau vereinbarungsgemäß von französischen Truppen besetzt. In den französichen Befreiungskriegen um 1809 war der Vinschgau nicht so stark involviert und die Neutralität der Schweiz ab 1815 bot dem Vinschgau nach Westen Schutz.
In der Zeit des Friedens von 1815 bis 1915 wurde der Vinschgau 1836 von der Cholera heimgesucht, zu dieser Zeit war die Armut so groß, daß sich die Bevölkerung von Schweinefutter ernähren mußte.
In den Jahren nach 1915 begann ein harter Stellungskrieg auf der Ortlerfront in Höhen über 3000 Metern welcher 10.000 Opfer von beiden Seiten zu beklagen hat. Nach dem Friedensschluß von Saint Germain wird der Vinschgau mitsamt dem restlichen Südtirol Italien zugesprochen. Mit der Zeit des Faschismus unter Mussolini brach erneut eine schwere Zeit an, welche den Südtirolern zu schaffen machte. Der Vinschgau wurde jedoch vom 2. Weltkrieg verschont, jedoch ließen zahlreiche Soldaten aud dem Vinschgau an den verschiedenen Fronten Ihr Leben.
Heute ist der Vinschgau ein attraktives Land für die Landwirtschaft, dem Tourismus und der Kleinindustrie.
Quelle: Der Vinschgau, 7. Auflage, Athesia Verlag, 1997, Josef Rampold |
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